Kritische Social-Media Nutzung
Wir leben in einer (digitalen) Welt, in der es schwierig ist, sich von allen problematischen sozialen Plattformen zu lösen und trotzdem in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Um unserem transformativen Anspruch gerecht zu werden, haben wir deswegen einen Leitfaden für die kritische Nutzung (problematischer) sozialer Medien erarbeitet. Wir meinen, damit insbesondere Social-Media-Plattformen, die
- a) algorithmische Empfehlungssysteme verwenden, welche auf monetären Gewinn ausgelegt sind, und dabei die Gefahren dieses System nicht angemessen unterbindet,
- b) Hassrede und Fake News nicht angemessen moderieren und unterbinden, oder
- c) den Verkauf oder Nutzung der Daten der Nutzenden als hauptsächliches Geschäftsmodell verwenden.
Unsere Leitlinien:
- 1. Wir machen uns intern im Social Media Team regelmäßig klar, wem eine Plattform gehört und mit welchem Interesse sie betrieben wird, z. B. Daten sammeln, Werbung ausspielen, Agenda-Setting bzw. Verhinderung dessen. Wir überprüfen regelmäßig (ein mal im Jahr) intern kritisch und ergebnisoffen, ob die Aktivität auf der Plattform noch angemessen und mit unseren Werten vereinbar ist.
- 2. Wir veröffentlichen keine Inhalte exklusiv auf geschlossenen Plattformen, d. h. so dass Nutzer*innen für vollen Zugang angemeldet sein müssen. Als Alternative zu kritischen Plattformen sind wir in mindestens einem dezentralen föderierten sozialen Netzwerk aktiv und betreiben eine eigene Website inkl. Blog.
- 3. Wir sprechen gelegentlich (mindestens alle sechs Monate) auf der problematischen Plattform selber kritische Aspekte der Plattform an und weisen auf Alternativen hin. In unseren Profilinformationen auf problematischen Netzwerken ist dauerhaft klar ersichtlich und ggf. direkt klickbar, welches Profil wir in freien Netzwerken haben.
- 4. Wenn möglich, vermeiden wir das Verweisen auf nicht-erwünschte Plattformen. Wegweiser gehen primär in Richtung Fediverse und eigene Dienste.
- 5. Links zu kritischen Plattformen, z. B. von unserer Website, zeigen zunächst auf eine Zwischenseite, die Problematiken der Plattform aufgreift und auf Alternativen verweist (siehe LinkedIn-Verweis weiter unten).
Dieser Leitfaden ist sicher nicht vollständig, aber soll erste Anstöße geben, wie wir mit unserem Auftritt auf problematischen Plattformen besser umgehen können. Wir freuen uns über Diskussion und Feedback per Mail an info@bits-und-baeume.org.
Wir sind aktuell aktiv auf:
Hinweis: Wir waren früher auch auf Twitter/X aktiv, haben die Plattform aber im Zuge der eXit Kampagne verlassen.Wie bitte? Bits & Bäume ist auf LinkedIn?
TL;DR Wir praktizieren eine Doppelstrategie: Präsenz auf der Plattform, aber nur mit nicht-exklusiven Inhalten, mit regelmäßigen kritischen Posts und Aufrufen uns im Fediverse zu folgen (Details). → Zum LinkedIn-Account.
Ja, wir sind auf LinkedIn. Super finden wir das selber nicht, da die Plattform in der Vergangenheit immer wieder wegen unterschiedlicher Sachen in der Kritik stand, die auch wir von Bits & Bäume für nicht vereinbar mit dem guten digitalen Leben für alle halten. Wir kritisieren u. a., dass LinkedIn Teile seines Geschäftsmodells auf personalisierter Werbung und Tracking aufbaut (Hinweis: zum Thema haben verschiedene Organisationen des B&B Trägerkreises ein Positionspapier veröffentlicht). Auch wegen konkreter Datenschutzverstöße stand LinkedIn in der Vergangenheit mehrfach in Kritik. Außerdem führte die zweifelhafte Moderationspraxis der Plattform in der Vergangenheit zur Einschränkung von Meinungsfreiheit bei politischem, kritischem Content. Zudem gehört die Plattform zu Microsoft und trägt dadurch ganz grundsätzlich zu einer hochproblematischen Machtkonzentration bei.
Warum sind wir dann trotzdem da?
Wir leben in einer (digitalen) Welt, in der es schwierig ist, sich von allen problematischen Plattformen unabhängig zu machen und trotzdem in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Ziel von Bits & Bäume ist es, unsere Forderungen in Politik und Gesellschaft zu tragen. Unser Auftritt bei LinkedIn ist ein Teil davon. Wir sehen es nicht als Widerspruch, gleichzeitig Veränderungen auf systemischer und politischer Ebene zu fordern und für dezentrale, demokratische Soziale Medien zu streiten. Teil davon, diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, ist unser Leitfaden für eine kritische Nutzung sozialer Medien.
. Folge uns also gerne dort! :)